Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Keltertraubenanbau

Als Keltertrauben werden die Sorten bezeichnet, die zum Zweck der Weinherstellung angepflanzt, wiederangepflanzt und veredelt werden dürfen.

Die Europäische Union schreibt vor, dass die Mitgliedstaaten eine Klassifizierung der Kelteranbausorten zu erstellen haben. In Thüringen gelten die in der Anlage 3 der Thüringer Verordnung zur Durchführung des Weinrechts (ThürWeinVO) vom 17. April 2012 genannten Keltertraubensorten als klassifiziert. Derzeitig sind dies 66 Sorten. 

Aufnahme einer Rebsorte

Die Entscheidung zur Aufnahme einer Rebsorte in die Anlage 3 erfolgt auf der Grundlage der Anbaueignung sowie analytischer und organoleptischer Eigenschaften von Wein der betreffenden Sorte. Für die in der gültigen Beschreibenden Sortenliste zum Sortenregister genannten Sorten des Bundessortenamts gelten die Nachweise als erbracht.

Für Rebsorten, die nicht klassifiziert sind, kann die Klassifizierung zur Herstellung von Qualitätswein formlos beantragt werden. Der Antragsteller muss durch Vorlage mehrjähriger Versuchsergebnisse nachweisen, dass die Sorte für den Anbau in Thüringen geeignet ist. Die Anzahl der Rebstöcke einer Prüfsorte darf 1000 Rebstöcke je Versuchsanlage nicht übersteigen.

 

 Klassifizierte Rebsorten in Thüringen (Dokument ist nicht barrierefrei)

Kontakt

Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Süd
Müllner Straße 59
06667 Weißenfels

Tel.: +49 3443 - 2800
Fax: +49 3443 - 28080

ALFWSF.Poststelle@alff.mlu.sachsen-anhalt.de

Genehmigungen für Rebpflanzungen

Bei Angaben zur Hangneigung von 15 % - 30 % bzw. > 30 % ist ein Nachweis gemäß § 4 der Elften Verordnung zur Änderung weinrechtlicher Vorschriften vom 4. Januar 2016 (BGBl. Teil I Nr. 1 vom 11. Januar 2016) beizufügen. Hierzu wird eine Bescheinigung des Thüringer Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation empfohlen. Ansprechpartner ist dort Herr Friedrich (Tel.: 0361 57-4176 223). Der ausgefüllte BLE-Antrag ist  an die Mailadresse Andre.Friedrich@tlbg.thueringen.de  mit der Bitte um Bestätigung der Hangneigung zu senden.

Den Antrag Pflanzrechte Rebpflanzungen erhalten Sie hier.

Wiederbepflanzungsrechte

Das Recht auf Wiederbepflanzung entsteht allein durch die Rodung einer zulässigerweise bestockten Rebfläche. Die Änderungsmeldung zur EU-Weinbaukartei hat bis zum 31.05. des laufenden Jahres an das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Süd (ALFF) Müllnerstraße 59, 06667 Weißenfels zu erfolgen.

Ab 01.01.2016 ändert sich die Dauer der Gültigkeit der Wiederbepflanzungsrechte.

Auf Antrag kann für die gerodeten Flächen eine Genehmigung zur Wiederbepflanzung bis zum Ende des zweiten auf die Rodung folgenden Weinwirtschaftsjahres gestellt werden. Die Genehmigung ist dann 3 Jahre gültig.  

Anträge auf Genehmigung sind beim ALFF Süd Weißenfels zu stellen.

Umwandlung und Flächentausch

Die Umwandlung bestehender Wiederbepflanzungsrechte, die bisher noch nicht genutzt wurden, können mit nachstehenden Formular beim LVG in Erfurt beantragt werden.
Sollen die Wiederbepflanzungsrechte auf einer anderen als der gerodeten Fläche im gleichen Betrieb genutzt werden, kann diese Übertragung mit dem nachstehenden Formular Flächentausch beantragt werden.


Eine Übertragung von Rebrechten auf einen anderen Betrieb ist seit dem 01.01.2016 nicht mehr möglich.

Wiederbepflanzung

Antragsformular  auf der Seite Ämter für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten

 

Flächentausch

 Antrag Flaechentausch

 

 

Deutscher Weinfonds

Der als Anstalt des öffentlichen Rechts errichtete Deutsche Weinfonds hat die Aufgabe, die Qualität des Weines sowie den Absatz zu fördern und auf den Schutz der rechtlichen Bezeichnungen im In- und Ausland hinzuwirken (§ 37 Weingesetz). Dazu wird von den Weinerzeugern eine Abgabe erhoben (§ 43 Weingesetz).

 

Hinweise zur Abgabe an den Deutschen Weinfonds

  • Abgabepflichtig sind selbstwirtschaftende Eigentümer oder Nutzungsberechtigte von Rebflächen, sofern diese jeweils mehr als 10 Ar (= 1000 m²) umfassen.
     
  • Die Abgabe beträgt 0,67 €/Ar der am 31.12. des Vorjahres in der Weinbaukartei ausgewiesenen Rebfläche eines Betriebes. Änderungen der Bewirtschaftung sind rechtzeitig und vollständig zu melden.
     
  • Die Abgabe ist auch für solche Flächen zu entrichten, die zukünftig weinbaulich genutzt werden sollen. Dazu gehören Flächen, für die Wiederbepflanzungsrechte bestehen und Junganlagen, die noch nicht im Ertrag stehen.
     
  • Mit der Abgabe werden Maßnahmen der Absatzförderung für den Wein aus Deutschland, insbesondere die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschungstätigkeiten und die Veranstaltung von Messen und Ausstellungen sowie die Beteiligung hieran gefördert.

Hobbyweinbau

Bei Einhaltung nachfolgender Punkte kann die Anlage sogenannter „Hobbyweinberge“ ohne Antrag auf Genehmigung einer Neuanpflanzung von Keltertrauben erfolgen.

  • Die Rebfläche darf zusammen mit den anderen derartigen Flächen desselben Nutzungsberechtigten seit 01.01.2016 1000 m² betragen. [VO(EU) 2015/560, Art. 1, Abs. 3]
  • Die Erzeugung aus diesen Rebanlagen dient nur dem Eigenverbrauch und darf nicht zur Vermarktung in den Verkehr gebracht werden, auch nicht für soziale Zwecke. Eine Vermarktung der Erzeugnisse außerhalb der Familie des Weinbauern ist nicht zulässig. Bereits die Etikettierung kann als Vorbereitung des Inverkehrbringens angesehen werden und zieht die (notfalls zwangsweise) Rodung der für Hobbyzwecke gedachten Reben nach sich.
     
  • Die hobbymäßige Anpflanzung von Weinreben ohne Genehmigung beinhaltet keine Befreiungen von sonstigen Gesetzen oder Vorschriften, insbesondere nach dem Thüringer Naturschutzgesetz, dem Baugesetzbuch und der Thüringer Bauordnung.
     
  • Bei Rodung von Hobbyweinbergen entsteht kein Wiederbepflanzungsrecht. Im Fall der Rodung und Neubestockung gilt die Sonderregelung für Hobbyweinberge.
     

Unser Ministerium in den sozialen Netzwerken: