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Anerkennungsstelle

Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut

Bei der Erzeugung und Vermarktung von Saat- und Pflanzgut sind umfassende saatgutrechtliche Vorschriften zu beachten. Die Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut ist zuständig für die Einhaltung dieser Rechtsvorschriften. Sie führt die amtliche Anerkennung von Thüringer Saat- und Pflanzgut durch und sichert damit die gesetzlich vorgeschriebene Qualität der erzeugten Ware.

Anbau von Saat- und Pflanzgut

In Thüringen gibt es über viele Jahre einen stabilen Anbau von Saatgut und Pflanzkartoffeln. Der Schwerpunkt der Vermehrungskulturen liegt beim Wintergetreide. Aber auch viele andere landwirtschaftliche Fruchtarten befinden sich im Vermehrungsanbau, wie z. B. Sommergetreide, Gräser, Leguminosen und Hanf. Dieser Produktionszweig ist für die beteiligten Betriebe von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Der finanzielle Gesamtwert des erzeugten Saat- und Pflanzgutes liegt bei ca. 30 Mio. EUR im Jahr.

Die Erzeugung von Saat- und Pflanzgut erfolgt in spezialisierten Vermehrungs- und Aufbereitungsbetrieben. Diese tragen Sorge dafür, dass die zur Saatguterzeugung angemeldeten Flächen im Feldbestand und später bei der Aufbereitung die Qualitätsnormen erfüllen. Dies setzt eine moderne betriebliche Infrastruktur, ein erfahrenes und geschultes Fachpersonal sowie eine laufende amtliche Überwachung und Kontrolle voraus.

Regelungen des Saatgutrechts

Saatgut und Pflanzkartoffeln unterliegen hohen gesetzlichen Anforderungen, da die Ergebnisse der landwirtschaftlichen Produktion entscheidend davon abhängen. Dies gilt nicht nur für die Keimfähigkeit des Saatgutes, sondern auch ganz speziell für die Sortenreinheit, den Fremdbesatz und den Gesundheitszustand.

Das deutsche Sorten- und Saatgutrecht basiert auf EU-Verordnungen und besteht aus dem Saatgutverkehrsgesetz (SaatG) mit den für die jeweiligen Rechtsbereiche nachstehenden Verordnungen. Alle davon betroffenen Kulturarten regelt das Artenverzeichnis zum SaatG. Die Verordnung über den Verkehr mit Saatgut landwirtschaftlicher Arten und von Gemüsearten (SaatgutV), die Pflanzkartoffelverordnung (PflKartV) u. a. weisen hiermit den Ländern wichtige Aufgaben im Vollzug des Saatgutrechts zu.

Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut

Die Anerkennungsstelle ist die nach Landesrecht zuständige Behörde für die Anerkennung von landwirtschaftlichem Saat- und Pflanzgut sowie für die Umsetzung und Überwachung aller saatgutrechtlichen Vorschriften.

Die Anerkennungsstelle in Thüringen arbeitet eng mit anderen Bundesländern im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft (AG) der Anerkennungsstellen für landwirtschaftliches Saat- und Pflanzgut zusammen (www.ag-akst.de). Ziel dieser AG ist es u. a., saatgutrechtliche Vorschriften und deren Novellierungen einheitlich in Deutschland umzusetzen. Auf der Website der AG AKST gibt es weitere detaillierte Informationen (z. B. die Richtlinien für die Feldbestandsprüfung).

Durchführung der Feldbestandsprüfung

Vor der Anerkennung/Zertifizierung von Saat- und Pflanzgut unterliegen alle Vermehrungsbestände einer amtlichen Feldbestandsprüfung. Anforderungen an den Feldbestand sind:

  • Sortenreinheit und Sortenechtheit
  • Besatz mit anderen Pflanzenarten
  • Gesundheitszustand der Pflanzen
Abweichende Typen in Triticale
Abweichende Typen in Triticale und Besatz an Mutterkorn
Schulung von Feldbestandsprüfern
Schulung von Feldbestandsprüfern

Weitere Aufgaben der Anerkennungsstelle sind u.a.:

  • die Zulassung von Feldbestandsprüfern und Probenehmern, deren Schulung, Überwachung/Kontrolle und ggf. Widerruf
  • Bearbeitung aller Anträge bzgl. des Saatgutrechts
  • Durchführung der Virusprüfung an Augenstecklingen bei Pflanzkartoffeln
  • Erstellen von Anerkennungsbescheiden und internationalen Zertifikaten
  • Überwachung/Kontrolle der Kennzeichnung und Verschließung
  • Erhaltungssorten, Saatgutmischungen, Erhaltungsmischungen
  • Überwachung/Kontrolle der Aufzeichnungspflicht
Amtliche Kennzeichnung und Verschließung
Amtliche Kennzeichnung und Verschließung
Virusprüfung bei Pflanzkartoffeln
Virusprüfung bei Pflanzkartoffeln

Nachkontrolle Gemüsesaatgut

Gemüsearten unterliegen nicht dem o.g. Anerkennungsverfahren, sind aber in Bezug auf die Einhaltung der Anforderungen an die Beschaffenheit ebenfalls im Saatgutrecht geregelt. Die Nachprüfung auf Sortenechtheit erfolgt, nach Beprobung in den Ländern, durch Anbau beim Bundessortenamt.

Saatgutverkehrskontrolle

Die Saatgutverkehrskontrolle erfolgt auf Grundlage des Saatgutgesetzes (SaatG) und nachgeordneter Vorschriften. Ein abgestimmter Rahmenkontrollplan legt Anzahl und Fruchtarten der Kontrollen fest und wird jährlich, orientiert am Anbauspektrum, angeglichen.
Dabei erfolgt am im Handel befindlichem Saat- und Pflanzgut eine amtliche Überprüfung der Kennzeichnung, Verschließung sowie der Beschaffenheit. Zur Kontrolle der Einhaltung der Mindestanforderungen werden Proben entnommen und auf die jeweils relevanten Kriterien untersucht. Werden hierbei Abweichungen außerhalb der festgesetzten Toleranzen festgestellt, kann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und ggf. Bußgelder verhängt werden. Bei festgestellten Verstößen von Anerkennungen anderer Bundesländer, werden diese an die jeweils zuständige Behörde zur weiteren Bearbeitung abgegeben.

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