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Klima

Als Klima werden alle Prozesse im Zusammenwirken der verschiedenen Sphären, wie Kontinente, Meere und Atmosphäre verstanden, die über einen Zeitraum von üblicherweise 30 Jahre betrachtet werden.

Das Klima bestimmt die Nutzungsoptionen in der Landwirtschaft erheblich, andererseits wird auch (aber nicht nur) der Landwirtschaft eine Beeinflussung des Klimas, durch Verursachung vermeidbarer Treibhausgase, unterstellt.

Klima in Thüringen

Der Klimawandel verändert auch in Thüringen die Bedingungen für die Landwirtschaft. Im Zusammenwirken von Boden, Klima und Relief entstehen somit veränderte Nutzungsbedingungen, aber auch veränderte Anforderungen an z. B. Boden- und Gewässerschutz.

Klima beim TLLLR

Im Bearbeitungsgebiet Klima zeigt sich auch der interdisziplinäre Ansatz des TLLLR gemeinsam und fachübergreifend sowie mit anderen Institutionen an diesem wichtigen Querschnittsthema zu arbeiten.

Treibhausgase

Die Landwirtschaft ist nicht nur Quelle von Treibhausgasen, deren Ausstoß in die Atmosphäre für den beschleunigten Klimawandel entscheidend ist, sondern sie ist auch Senke, weil sie Kohlendioxid über die Nutzpflanzen bindet. Energetische Verwertung von aktuell erzeugter Pflanzenmasse hilft, den Verbrauch fossiler Energieträger zu senken und damit die Nutzung langfristig angelegter Kohlenstoffspeicher zeitlich zu strecken.

  • Ausgehend von den bekannten Umsetzungsprozessen der anorganischen Stickstoffverbindungen im Boden (Nitrifikation und Denitrifikation), sind Lachgasemissionen auf landwirtschaftlichen Flächen von diversen Faktoren, die diese Umsetzungsprozesse beeinflussen, abhängig.
    Faktoren sind z. B.

    • beim Boden:
      • der pH-Wert,
      • die Bode
      • die Bodenfeuchte,
      • die Bodenart,
      • der Humusgehalt,
      • das C:N-Verhältnis im Boden.
    • bei der Witterung:
      • die Temperatur,
      • die Niederschläge,
      • besondere, zeitliche Ereignisse, wie z.B. Frost-Tau-Zyklen.

    Dazu kommen die Faktoren, die diese vorhandenen Standorteigenschaften verändern, wie z. B. die Stickstoff-Düngung und die Bodenbearbeitung der Flächen.

    Emissionswerte von Lachgas schwanken sowohl tageszeitlich als auch im Jahresverlauf. Aufgrund der komplexen Wirkungszusammenhänge ist es nicht verwunderlich, dass sich die Angaben in der Literatur häufig widersprechen. Auch ist es wichtig zu wissen, dass Jahreseffekte meist andere Einflussfaktoren überlagern, so dass die Vergleichbarkeit von Lachgasmessungen verschiedener Versuchsansteller und damit die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Standorte selten gegeben ist. Zielführender sind hier eigene standörtliche Messungen, wie sie im TLLLR am Lysimeterstandort Buttelstedt durchgeführt werden, bzw. Modellierungen nach einheitlichem Ansatz.

  • Die Landwirtschaft weist noch direkte oder indirekte Potenziale auf, Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Dafür müssen aber die Emissionen standortbezogen sowie Ursache-Wirkungsbeziehungen landwirtschaftlicher Produktionsmaßnahmen ausreichend quantifiziert sein, um Minderungsoptionen und –potenziale aufzeigen zu können. Dies erfordert umfassende Messreihen und angewandte Versuchsanstellungen sowie u.U. auch eine einzelbetriebliche Betrachtung, um konkrete Maßnahmen ableiten zu können.

    Minderungspotentiale landwirtschaftlicher THG-Emissionen in Thüringen (Knoblauch et al. 2009)
    Verfahren Perspektivisches
    Minderungspotenzial (in %)
    Effizienter Betriebsmitteleinsatz und
    Leistungssteigerung in der landw. Produktion
    9,6
    Gewinnung von Energie aus landw. Biomasse 34,1
    davon aus:
         Biogas/KWK/Biogasgülle 10,46
         Verbrennung/Heizwerk 18,44
         Biodiesel/Rapskuchen als Futter 3,18
         Bioethanol/Schlempe als Futter 1,89

     

Kontakt

Dr. Steffi Knoblauch
Tel.: +49 36451 680-12
Referat 31 - Pflanzenbau und Ökologischer Landbau

steffi.knoblauch@tlllr.thueringen.de

Rübenfeld mit Rübenreihe, Foto: Maik Schwabe

Klimawandel

Für die Existenzsicherung und die Aufrechterhaltung der Konkurrenzfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe im Freistaat Thüringen ist die Berücksichtigung des sich ändernden Klimas und die Kenntnis der daraus resultierenden möglichen Auswirkungen auf die Agrarökosysteme bei der Ableitung von Anpassungsmaßnahmen der Landwirtschaft an den Klimawandel bis Mitte des Jahrhunderts und darüber hinaus eine unabdingbare Voraussetzung.

Kontakt

Thomas Hering
Tel.: +49 361 574041-259
Referat 34 - Landwirtschaftliches Versuchswesen und Nachwachsende Rohstoffe

thomas.hering@tlllr.thueringen.de

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