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Wasser

Wasser stellt für die Landwirtschaft einen wichtigen Produktionsfaktor dar. Es ist in der Pflanze an vielen Wachstumsprozessen beteiligt und entscheidet maßgeblich über den Ertrag.
Der Einsatz von Zusatzwasser hilft deshalb, die Ertragsbildung zu stabilisieren. Weltweit spielt die Bewässerung eine bedeutende Rolle und es entstehen immer häufiger Nutzungskonflikte um die knappe Ressource Wasser. In Trockengebieten kommt es darüber hinaus darauf an, durch acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen, wie der Gestaltung der Fruchtfolge, der Auswahl der Sorten oder der Art der Bodenbearbeitung das am Standort verfügbare Wasser einer effizienten Nutzung zuzuführen.
 

Einführung

Wasser im Boden ist Träger gelöster Stoffe, die über den Sickerwasserstrom mit angrenzenden Ökosystemen in Verbindung stehen. Die aus landwirtschaftlich genutzten Böden mit dem Wasser abtransportierten Stoffe können die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen beeinflussen und die Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser für die menschliche Ernährung beeinträchtigen.
Aufgrund der Bedeutung des Produktionsfaktors Wasser beschäftigt sich das TLLLR vor allem am Lysimeterstandort in Buttelstedt mit Wasserhaushaltsgrößen, wie Wassernutzungseffizienz, Zusatzwasserbedarf und Sickerwasserbildung.

Lysimeter

Lysimeter geben Auskunft über den Wasser- und Stoffhaushalt eines Bodens. Unter dem Einfluss landwirtschaftlicher Nutzung sind die Verdunstung von Pflanzenbeständen und von Brache, die Sickerwassermenge, die Nähr- und Schadstoffkonzentration des Sickerwassers und der Nährstoffaustrag aus der durchwurzelbaren Zone wichtige Messgrößen.

Kontakt

Dr. Steffi Knoblauch
+49 36451 680 12

Referat 31 - Pflanzenbau und Ökologischer Landbau
Am Ettersberg; 99439 Buttelstedt

steffi.knoblauch@tlllr.thueringen.de

Wasserbedarf

Im mittel- und ostdeutschen Binnentiefland weist die Klimatische Wasserbilanz während der Vegetationsperiode verbreitet negative Werte von -120 mm im Durchschnitt der Jahre und  270 mm in trockenen Jahren auf.
 

  • Auf flachgründigen Böden und bei Anbau weniger tief wurzelnder Kulturen sind wassermangelbedingte Ertragsausfälle häufiger zu beobachten. Für einen effizienten Einsatz von Zusatzwasser zu bewässerungswürdigen Kulturen (wirtschaftlicher Mehrertrag) kommt es darauf an, den Wasserbedarf während der Zeitspanne mit hohem Wasserbedarf möglichst vollständig zu decken.

  • In Thüringen werden derzeit auf einer Fläche von jährlich 2.100 ha Feldgemüse, Obst, Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen, Sonderkulturen sowie Kartoffeln und Mais bewässert.
    Für den bedarfsgerechten Einsatz des Zusatzwassers erhalten die Thüringer Beregnungsbetriebe wöchentlich während der Vegetationszeit Beregnungsempfehlungen, basierend auf dem Modell BEREST.
    Für die Planung von Beregnungsanlagen stehen Richtwerte des Zusatzwasserbedarfes landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturen zur Verfügung.

Kontakt

Dr. Steffi Knoblauch
+49 36451 680 12

Referat 31 - Pflanzenbau und Ökologischer Landbau
Am Ettersberg; 99439 Buttelstedt

steffi.knoblauch@tlllr.thueringen.de

Gewässerschutz

Hier finden Sie Informationen zu den nachfolgenden Themen:

  • Rechtsgrundlagen
  • Chemischer Zustand der Thüringer Gewässer
  • Landwirtschaft und Gewässerschutz in Thüringen
  • Maßnahmen zum gewässerschonenden Wirtschaften
  • Beratung zur gewässerschonenden Bewirtschaftung
  • Die Richtlinie 2000/60/EG, genannt Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), verfolgt über ein mehrstufiges Rahmenprogramm die Erzielung des guten Zustands der Gewässer bis spätestens 2027.

    Dazu müssen bei Oberflächengewässern ein guter chemischer und ökologischer Zustand sowie beim Grundwasser ein guter chemischer und mengenmäßiger Zustand erreicht werden. Für alle Oberflächengewässer gilt ein Verschlechterungsverbot. Insbesondere auf den chemischen Zustand der Grund- und Oberflächengewässer hat die Landwirtschaft durch Einträge von Stickstoff und Phosphor Einfluss. Die Grenzwerte liegen für Nitrat in Grund- und Oberflächengewässern bei 50 mg/l, für Phosphor bei 0,1 mg/l.

    Die Umsetzungsbestimmungen der WRRL wurden in Deutschland im Wasserhaushaltsgesetz (WHG), in der Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer (OGewV) und in der Grundwasserverordnung (GrwV) verankert. Für Thüringen regelt das Thüringer Wassergesetz (ThürWG) das Wasserrecht in Ergänzung zum WHG.

    Die Nitratrichtlinie der Europäischen Union (Richtlinie 91/676/EWG) soll die Verunreinigung von Grund- und Oberflächengewässern durch Nitrate aus der Landwirtschaft verhindern. Sie wurde in Deutschland durch die Düngeverordnung (DüV) umgesetzt.

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  • Im Jahr 2015 befanden sich 25 % der Thüringer Oberflächengewässer im schlechten chemischen Zustand (Zustandsbewertung des 2. Bewirtschaftungszyklus WRRL). Dabei wiesen von den 124 Oberflächenwasserkörpern 11 zu hohe Nitratkonzentrationen auf. Den Grundwasserkörpern wurde zu 38 % ein schlechter chemischer Zustand attestiert. Dabei verfehlten 15 der 60 Grundwasserkörper den guten chemischen Zustand durch eine zu hohe Nitratbelastung. Ein deutlicher Trend zur Verminderung der Nitratbelastung konnte in den letzten Jahren nicht ausgemacht werden. Die Phosphorbelastung der Oberflächengewässer befindet sich nahezu landesweit über dem Grenzwert. An 70 % der Messstellen wurden Konzentrationen über 0,1 mg/l erfasst. Es besteht ein rückläufiger Trend. Im Grundwasser bestehen keine Grenzwertüberschreitungen bei Phosphor. Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe wurden weder in Grund- noch in Oberflächengewässern Thüringens in bedenklichen Konzentrationen gemessen.

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  • Der Stickstoffeintrag in Thüringer Gewässer erfolgt zu 90 % aus diffusen Quellen, insbesondere über Zwischenabfluss und durch das Grundwasser. Zur Verminderung müssen daher Maßnahmen in der Landwirtschaft umgesetzt werden.

    Verglichen mit anderen Regionen Deutschlands liegen die N-Bilanzüberschüsse der Landwirtschaftsbetriebe in Thüringen auf einem niedrigen Niveau. Zur Erreichung der Ziele der WRRL ist jedoch eine weitere Reduzierung der Einträge erforderlich. Ungünstig sind hierfür die naturräumlichen Rahmenbedingungen in Thüringen. In vielen Regionen Thüringens – insbesondere die intensiv bewirtschafteten Regionen sind hier betroffen – sind die Jahresniederschläge nicht ausreichend um nennenswerte Sickerwasserraten zu erzeugen. Somit findet kaum eine Verdünnung der verlagerten N-Frachten statt. In der Folge finden sich hohe Nitratkonzentrationen im Sickerwasser, welche wiederum hohe Nitratkonzentrationen im Grundwasser verursachen.

    Änderungen in der Ackerbewirtschaftung, wie die Reduzierung der N-Salden, der Anbau von Zwischenfrüchten und die Verbesserung des Bodenschutzes können daher nur langsam Wirkung zeigen. Belastungen aus der Vergangenheit wirken noch heute nach. Hohe Nitratkonzentrationen im Sickerwasser sind in Thüringen also nicht in jedem Fall auf hohe N-Austräge aus dem Boden bzw. hohe N-Bilanzüberschüssen aus der Landwirtschaft zurückzuführen.

    Die Bodenerosion ist zu etwa einem Drittel für die P-Einträge in Thüringer Gewässer verantwortlich. Regional treten hier deutliche Unterschiede auf.

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  • Über die Beachtung der gesetzlichen Vorgaben und die Einhaltung der guten fachlichen Praxis hinaus kann durch gezielte Umsetzung von Maßnahmen sowie durchdachtes und nachhaltiges Wirtschaften eine deutliche Reduzierung der Nährstofffrachten erreicht werden. Engagement und Wissen der Betriebsleitung sind hier die ausschlaggebenden Faktoren.

    Zur Vermeidung von Erosion und damit dem Stofftransport von Phosphor in die Gewässer bieten sich eine Reihe von Maßnahmen an. Das oberste Ziel muss es sein, Erosion auf der Ackerfläche zu vermeiden und somit die Produktionsgrundlage auch langfristig zu erhalten. Der Minimierung der Zeitspanne ohne Bodenbedeckung (Fruchtfolgegestaltung, Zwischenfruchtanbau, Untersaaten) kommt hier eine Schlüsselfunktion zu.

    Nicht alle Erosionsereignisse können jedoch vermieden werden. Wenn Bodenmaterial ins Fließen kommt, sind zum Schutz der Gewässer bzw. der Infrastruktur pflanzenbauliche Maßnahmen möglich, welche eine Barriere schaffen und so fließendes Bodenmaterial bremsen, Sediment auskämmen und Wasser infiltrieren lassen.

    Zur Vermeidung von Stickstoffausträgen ist insbesondere eine Düngungsoptimierung erforderlich. Grundlage ist die Annahme realistischer Zielerträge bei der feldstücksbezogenen Düngungsplanung und die entsprechende Anpassung der N-Zufuhr (mineralisch wie organisch) sowie die Berücksichtigung von Nmin-Werten, Vorfruchtstellung, Bodenbedingungen und Ausgangsbeständen. Betriebe mit niedrigen N-Salden zeichnen sich meist auch durch überdurchschnittlich hohe Erträge aus. Intensive Beobachtung der Bestände und kurzfristige Korrektur der Düngestrategie, Wissen um Nährstoffgehalte der verwendeten organischen Dünger sowie Optimierung der Ausbringungsmethoden und der Aufwandmengen greifen zusammen und führen zu besten Betriebsergebnissen bei gleichzeitiger Schonung der Gewässer.

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  • Beratung zur gewässerschonenden Bewirtschaftung

    Mit der Gründung des „Arbeitskreises Gewässerschutz“ in Nordthüringen startete im Jahr 2009 die regionale interdisziplinäre Zusammenarbeit von Landwirtschaftsbetrieben, Ingenieurbüros sowie land- und wasserwirtschaftlichen Fachbehörden mit dem Ziel der nachhaltigen Senkung der Stickstoff- und Phosphorausträge aus der Landwirtschaft in Grund- und Oberflächengewässer. Die Schwerpunkte der Kooperationsarbeit sind bis heute die Optimierung des Stickstoffmanagements und die Verbesserung des Erosionsschutzes unter Beachtung der standörtlichen und betrieblichen Voraussetzungen. Wesentliche Inhalte der Kooperationsarbeit sind die zielorientierte Gewässerschutzberatung, der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Interessengruppen sowie die Steigerung der Akzeptanz von Gewässerschutzmaßnahmen und die Umsetzung einer gewässerschonenden Bewirtschaftung der Ackerflächen. Das Angebot ist für die teilnehmenden Landwirtschaftsbetriebe kostenfrei. Inzwischen arbeiten in Thüringen fünf regionale Gewässerschutzkooperationen in Gebieten mit einem erhöhten N- und P-Eintrag in die Wasserkörper. Neben der individuellen Beratung dienen Feldrundgänge und ein jährliches Treffen der Mitglieder der regionalen „Arbeitskreise Gewässerschutz“ der Analyse der erzielten Ergebnisse, sowie der Information über aktuelle wasser- und landwirtschaftliche Rahmenbedingungen und relevante Forschungsergebnisse.

    Weiterhin besteht die Möglichkeit der einzelbetrieblichen Beratung landwirtschaftlicher Unternehmen zu Aspekten der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (insbesondere landwirtschaftlicher Gewässerschutz, landwirtschaftliche Tätigkeiten in Trinkwasserschutzgebieten) im Rahmen der ELER-Förderung (Fachlos 4). Dabei muss die Beratung die Optimierung des Stickstoff-Managements im Betrieb und die Reduktion der betrieblichen Stickstoffsalden zum Ziel haben.

    Für eine Beratung kommen nur die Betriebe in Frage, deren landwirtschaftlich genutzte Fläche zu mindestens 50 % in den N-belasteten Grundwasserkörpern der entsprechenden Kulisse liegt.

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Kontakt

Manuela Bärwolff
+49 361 574041-262

Referat 31 - Pflanzenbau und Ökologischer Landbau
Naumburger Straße 98; 07433 Jena

manuela.baerwolff@tlllr.thueringen.de

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