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pneumatischer Düngerstreuer

Stickstoff und Schwefel

Stickstoff und Schwefel besitzen als essentielle Nährstoffe eine besondere Bedeutung in der Pflanzenernährung.

Stickstoff

Düngebedarfsermittlung

Entsprechend der derzeit gültigen Düngeverordnung (DüV) vom 26.05.2017, geändert im Jahr 2020, sind alle Landwirtschaftsbetriebe verpflichtet, vor dem Aufbringen wesentlicher Nährstoffmengen (>50 kg N/ha und Jahr) die im Boden verfügbaren Nährstoffmengen und den Nährstoffbedarf der Kultur zu ermitteln. Für die Stickstoffdüngung ist dazu der Nmin-Gehalt des Bodens (außer auf Grünlandflächen, Dauergrünlandflächen und Flächen mit mehrschnittigen Feldfutterbau) jährlich zu festzustellen.

Die Ermittlung des verfügbaren N-Gehaltes im Boden kann durch

  • Probenahme auf repräsentativen Schlägen und Untersuchung in einem zugelassenen Untersuchungslabor (fachlich bessere Variante);
  • Übernahme der Ergebnisse der Untersuchung vergleichbarer Standorte (Richtwerte der TLLLR bzw. Nmin-aktuell) oder
  • Anwendung von Berechnungs- und Schätzverfahren, die auf fachspezifischen Erkenntnissen beruhen, erfolgen.

Der Nährstoffbedarf ist für jeden Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit (mehrere Schläge mit vergleichbaren Standortverhältnissen, einheitlicher Bewirtschaftung und gleicher Pflanzenart) unter Berücksichtigung zu erwartender Erträge und Qualitäten zu berechnen.
Der Landwirt erhält zusammen mit dem Ergebnis der Laboruntersuchung auf den Nmin-Gehalt in der Regel eine N-Düngungsempfehlung auf der Basis der Düngeverordnung (2020) mittels PC-Programm BESyD. Für Landwirte, die keine eigenen Nmin-Untersuchungen durchführen, besteht die Möglichkeit, die von der TLLLR in jedem Frühjahr nach Bodenarten, Agrargebieten und Fruchtarten differenziertenRichtwerte für Nmin-Gehalte für die N-Düngebedarfsermittlung heranzuziehen. Diese Richtwerte werden aus den Untersuchungsergebnissen von repräsentativen Testflächen abgeleitet und berücksichtigen damit den Einfluss der aktuellen Witterungsbedingungen und des praxisüblichen Düngungsmanagement auf den Gehalt der Böden an verfügbarem Stickstoff.
Der N-Düngebedarf von Wintergetreide kann mittels Pflanzenanalyse, Nitratschelltest oder Chlorophyllmessung präzisiert werden. Der vorher ermittelte Düngebedarf darf jedoch nicht überschritten werden.

Nährstoffbilanzierung

Die Erstellung eines Nährstoffvergleichs ist mit Novelle der Düngeverordnung im Jahr 2020 nicht mehr verpflichtend. Es ist empfehlenswert, die jährliche Bilanzierung der Zufuhr und Abfuhr der Nährstoffe von der eigenen Betriebsfläche fortzuführen (vor allem für Stickstoff und Phosphor), um einen ressourcen- und kosteneffizienten Einsatz der Düngemittel, sowohl im Sinne des Umweltschutzes, als auch zur Analyse der eigenen Betriebsführung zu gewährleisten, sowie um entsprechende Beratungsangebote zu ermöglichen und auch nutzen zu können. Daher bleibt weiterhin die Anleitung „Handschriftlicher betrieblicher Nährstoffvergleich“ auf der Internetseite des Fachbereiches Düngung des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) bestehen. Auch im PC-Programm Bilanzierungs-und Empfehlungssystem Düngung (BESyD) wird der Nährstoffvergleich in Form der Flächenbilanz zukünftig enthalten sein.

Als Ersatz für den Nährstoffvergleich wurde die Stoffstrombilanz durch die Stoffstrombilanzverordnung für einige Betriebe verpflichtend eingeführt. Die Stoffstrombilanz verfolgt den Ansatz der Hoftorbilanz für die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor und stellt den zugekauften Nährstoffen in den Betrieb, die verkauften Nährstoffe der Ernteerzeugnisse und der tierischen Produkte gegenüber. Die Stoffstrombilanzverordnung soll voraussichtlich im Jahr 2021 novelliert und auf weitere landwirtschaftliche Betriebe erweitert werden.

Schwefel

Schwefel muss für stabile Erträge und eine hohe Qualität der Ernteprodukte den Pflanzen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. In der Vergangenheit war die S-Ernährung der Pflanzen insbesondere aufgrund des hohen S-Eintrages zumeist gesichert.
Der S-Eintrag aus der Luft und der mineralischen und organischen Düngung ist seit Jahren insgesamt stark rückläufig. Seit Mitte der 1990er Jahre sind auf Praxisflächen in Thüringen S-Mangelerscheinungen aufgetreten. Die bedarfsgerechte S-Düngung besitzt daher eine große Bedeutung.
Hilfsmittel zum Erkennen eines S-Düngebedarfs stellen die Smin-Bodenuntersuchung sowie die Pflanzenanalyse dar.

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