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Schaderregerüberwachung

Aufgaben Pflanzenschutzdienst

Im Pflanzenschutzdienst Thüringen arbeitet das Referat 23 (Pflanzenschutz und Saatgut) und das Referat 25 (Cross Compliance und Fachrechtskontrollen) des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) eng mit dem ThüringenForst (Anstalt Öffentlichen Rechts) zusammen.

Die Aufgabe des Pflanzenschutzdienstes besteht darin, die fachrechtlichen Vorgaben in den beiden Bereichen Pflanzenschutzmittel und Pflanzengesundheit sachgerecht umzusetzen.

 

Überwachung Schaderreger-Auftreten

In Abhängigkeit von der Witterung und den örtlichen Verhältnissen schwankt das jährliche Schaderreger-Auftreten. Vor allem Pflanzenkrankheiten und Insekten kommen in den einzelnen Jahren in unterschiedlicher Stärke an den Kulturpflanzen vor. Zur Minimierung der Anzahl an Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln (PSM) ist es für den Praktiker wichtig, die aktuelle Befallslage zu kennen. PSM-Spritzungen sollten nur dann erfolgen, wenn der Zielorganismus tatsächlich auftritt und der Bekämpfungsrichtwert überschritten ist. Das TLLLR bietet im Rahmen des Pflanzenschutz-Warndienstes laufend aktualisierte Informationen zum Schaderregerbefall in den Hauptkulturen der Landwirtschaft und Gartenbau an.

Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PSM)

Die Bekämpfung von Schadorganismen an Kulturpflanzen und von Unkräutern erfolgt in der konventionellen Pflanzenproduktion schwerpunktmäßig mit PSM. Zurzeit sind über 1.000 PSM mit mehr als 250 Wirkstoffen zugelassen. Durch strenge Zulassungsvorgaben stehen jedoch immer weniger PSM zur Verfügung.

Zur Einschätzung der Wirkung der PSM und zur Optimierung von Spritzstrategien führt der Pflanzenschutzdienst Feldversuche durch. Diese Versuche erfolgen firmenneutral, die Resultate werden veröffentlicht. Die Versuchsergebnisse sollen dem Landwirt helfen, eine objektive Entscheidung bei der PSM-Auswahl treffen zu können.

Beim Einsatz von PSM ist vom Anwender die Gebrauchsanleitung genau zu beachten. PSM müssen für die jeweilige Kultur und den betreffenden Schadorganismus zugelassen sein (Indikationszulassung). Eine Übersicht dazu bietet das  Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) an. Weiterhin sind alle Vorgaben zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt einzuhalten. Beim Handel mit PSM gibt es u. a. Vorschriften für die Form der Abgabe (Selbstbedienungsverbot) sowie für die Kennzeichnung der PSM. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird vom Pflanzenschutzdienst im Rahmen von systematischen Kontrollen überwacht. Die Ergebnisse sind ebenfalls beim BVL in den jeweiligen Jahresberichten dokumentiert.

    • Durchführung von firmenneutralen Feldversuchen zu Pflanzenschutzmaßnahmen und Erstellung von Beratungsunterlagen
    • Durchführung von systematischen Kontrollen zur Einhaltung des Fachrechts im Bereich der PSM-Anwendung und des PSM-Handels
    • Erteilung von Genehmigungen zum Einsatz von PSM in Kleinstkulturen
    • Prüfungen zum Erwerb/Vergabe des Sachkundenachweises im Pflanzenschutz; Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen zur Sachkunde im Pflanzenschutz
    • Registrierung von Händlern, Beratern und Dienstleistern zur Anwendung/Handel mit PSM
    • amtliche Stelle für die Meldung von Bienenschäden (bei Verdacht auf Schäden durch PSM)

Pflanzenschutzgeräte/anerkannte Kontrollwerkstätten

Pflanzenschutzgeräte sind für die sachgerechte Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) von großer Bedeutung. Deshalb ist eine turnusmäßige Überprüfung von im Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräten in amtlich anerkannten Kontrollwerkstätten in einem Zeitabstand von 6 Kalenderhalbjahren gesetzlich vorgeschrieben. Die bestandene Überprüfung wird mit einer Prüfplakette dokumentiert. Auf dieser Prüfplakette ist das Ende der Gültigkeit (Kalender-Halbjahr) vermerkt.

    • Durchführung von amtlichen Prüfungen von Gerätetechnik in Zusammenarbeit mit dem Julius Kühn-Institut;
    • Anerkennung von Kontrollwerkstätten zur Durchführung der Geräte-Überprüfung und Fortbildung des Werkstatt-Personals
    • laufende Kontrolle der Tätigkeit der Kontrollwerkstätten; Erstellung von Berichten zur Geräte-Überprüfungen in Thüringen

Amtliche Pflanzengesundheit/Pflanzenquarantäne

Einige Schadorganismen an Kulturpflanzen verfügen über ein hohes Schadpotenzial und lassen sich nur mit großem materiellen sowie finanziellen Aufwand bekämpfen (Quarantäne-Schaderreger). Die Überwachung und Bekämpfung solcher Schaderreger ist EU-weit gesetzlich geregelt. Beim Auftreten gefährlicher Schaderreger wird das TLLLR tätig und leitet entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen zur Beseitigung des Befalls ein.

Durch amtliche Kontrollen von Import- und Exportwaren soll verhindert werden, dass phytopathogene Schaderreger aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet verschleppt werden. Detaillierte Informationen zum Bereich Pflanzengesundheit und zu Quarantäne-Schaderregern sind beim Julius Kühn-Institut sowie auf den Thüringen-Seiten von ISIP verfügbar.

    • phytosanitäre Kontrolle und Ausstellung von Pflanzengesundheitszeugnissen für den Export von Pflanzen und Pflanzenteilen; für das Stellen von Export-Anträgen steht die Internetplattform PGZ-online zur Verfügung
    • phytosanitäre Abfertigung von Importsendungen (auch Verpackungsholz); Importanmeldungen sind unter TRACES-NT möglich
    • Durchführung von gesetzlich vorgeschriebenen Erhebungen und Monitorings auf das Vorkommen von gefährlichen Schaderregern
    • Anordnung und Durchsetzung von amtlichen Bekämpfungsmaßnahmen bei Befall mit gesetzlich geregelten Schaderregern
    • Organisation und Kontrolle der Vergabe des Pflanzenpasses durch Betriebe, die mit pflanzenpasspflichtigen Waren handeln; Durchführung von Kontrollen in Baumschulen und Gärtnereien zur Einhaltung der Regelungen zum Pflanzenpass
    • Überwachung der Herstellung von Holzverpackungen (Kisten, Paletten, etc.) für den Einsatz im internationalen Handel einschließlich der Kontrolle der dafür verwendeten Hitzebehandlungskammern

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