Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt
Bekämpfung von Feldmäusen

Sachkunde

Sachkunde

Die Pflanzenschutz-Sachkunde ist u. a. erforderlich fürMerkblatt Sachkundenachweis Pflanzenschutz

  • die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (außer entsprechend gekennzeichnete Mittel für nichtberufliche Anwender im Hausgarten),
  • die Beratung über den Pflanzenschutz
  • den Handel/Abgabe sowie für den gewerbsmäßigen und privaten Verkauf im Internet
  • den Erwerb von PSM (außer beim Erwerb entsprechend gekennzeichneter Mittel für nichtberufliche Anwender)
  • Personen, die andere anleiten oder beaufsichtigen, die Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses oder einer Hilfstätigkeit anwenden (z. B. Lehrausbilder)

Um einen Sachkundenachweis zu erhalten, müssen entsprechende fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten nachgewiesen werden. Dies kann zum einen über bestimmte berufliche Qualifikationen wie z. B. eine Ausbildung als Landwirt, Forstwirt oder Gärtner erfolgen. Fehlt eine einschlägige Berufsausbildung, bietet sich alternativ die Pflanzenschutz-Sachkundeprüfung an. Diese kann für den Aufgabenbereich „Abgabe von Pflanzenschutzmitteln“ (Händler) oder „Anwendung von Pflanzenschutzmittel/Beratung zum Pflanzenschutz“ (Anwender, Berater) abgelegt werden. Unter Vorlage des Prüfungszeugnisses können Sie die Nachweiskarte anschließend beantragen.

 

  • Anerkennungsfähige Bescheinigungen

    Die Pflanzenschutz-Sachkunde kann anerkannt und ein Sachkunde-Nachweis (Karte) ausgestellt werden, wenn nachstehende Bescheinigungen vorliegen:

    • Zeugnis über bestandene Pflanzenschutz-Sachkundeprüfung (Anwender/Berater oder Abgeber)
    • Berufsabschlusszeugnis gemäß der gelisteten Berufe laut Anlage 2 PflSchSachkV (z.B. Landwirt/in, Forstwirt/in, Gärtner/in, Winzer/in, Landwirtschaftliche/r Laborant/in u.a.)
    • andere abgeschlossene Ausbildungen sowie Hochschulabschlusszeugnisse wenn rechtlich geforderte Inhalte gelehrt und geprüft wurden (Vorlage einer Bescheinigung der Ausbildungsstelle über Lehrinhalte nach Anlage 1 PflSchSachkV erforderlich)
    • Ausländische Abschlüsse: Anerkennung nach Einzelfallprüfung der beglaubigt übersetzten Nachweise und bei Vorliegen hinreichender Sprachkenntnisse im Pflanzenschutz ggf. möglich. Bitte kontaktieren Sie uns hierzu.

    Einzelheiten und Übergangsvorschriften zur Anerkennung können der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung (PflSchSachkV) oder der Ausfüllhilfe unter www.pflanzenschutz-skn.de entnommen werden. Gern können Sie uns hierzu auch kontaktieren.

    Lehrgang besuchen

    Personen, die als nicht sachkundig im Sinne von Pflanzenschutzgesetz und Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung gelten, können sich durch einen Lehrgangsbesuch auf die abschließende Prüfung  vorbereiten.
    Es werden in Thüringen Lehrgänge mit gezielter Prüfungsvorbereitung getrennt für Abgeber/Händler und Anwender/Berater von Pflanzenschutzmitteln angeboten.

    Aktuelle Termine und Kontaktdaten finden sich in nachstehender verknüpfter Liste. Nähere Einzelheiten zu den Lehrgängen (Anmeldung, Kosten etc.) können beim jeweiligen Lehrgangsveranstalter erfragt werden.

    Sachkunde-Lehrgänge und Prüfungstermine in Thüringen (Link ISIP)

    Prüfung absolvieren

    Zur Prüfungsvorbereitung empfiehlt es sich, einen entsprechenden Lehrgang zu besuchen. Die Prüfung wird auf schriftlichen Antrag hin abgenommen. Eine vorherige Terminabstimmung ist, soweit dies der Lehrgangsveranstalter nicht übernimmt, erforderlich.

    Die Prüfung zur Erlangung der Pflanzenschutz-Sachkunde führt das TLLLR gemeinsam mit dem Prüfungsausschuss auf Antrag und nach vorheriger Anmeldung durch. Die Abnahme der Prüfung erfolgt nach Maßgabe der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung und der Thüringer Verordnung zur Durchführung des Pflanzenschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung.

    Dem nachstehenden Dokument können weiterführende Informationen zur Prüfung wie z. B. Örtlichkeiten, anfallenden Gebühren und allgemeine Regelungen zum Prüfungsablauf entnommen werden.

    Anmeldeformular Prüfung Pflanzenschutz-Sachkunde

    Informationen zur Pflanzenschutz-Sachkundeprüfung in Thüringen

  • Arten der Sachkunde

    Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Sachkundenachweise im Pflanzenschutz. Die Antragstellung zum Erhalt des Pflanzenschutz-Sachkundenachweises (Karte) kann für die Anwendung und gewerbliche Beratung zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder aber für den Verkauf von Pflanzenschutzmitteln (Abgabe) erfolgen. Im Einzelfall können je nach vorgelegten Ausbildungsnachweisen auch beide Bereiche anerkannt werden.

    Antragstellung

    Es gibt ein einheitliches, elektronisches System zur Beantragung des Pflanzenschutz-Sachkundenachweises in Deutschland. Der Nachweis kann auf der Internetplattform

    www.pflanzenschutz-skn.de 

    beantragt werden. Eine ausführliche Anleitung mit Hinweisen zu den einzureichenden Unterlagen findet sich auf der Internetseite unter "Ausfüllhilfe".

    Wichtige Hinweise

    Bei der Antragsstellung ist zu beachten, dass die Karte vor Aufnahme einer sachkundepflichtigen Tätigkeit vorliegen muss. Der Antrag ist somit rechtzeitig zu stellen. Einmal im Monat werden deutschlandweit die Karten gedruckt. Nach dem Drucktermin dauert es etwa 1 - 2 Wochen bis die Karte beim Antragsteller ankommt. Die Ausstellung des Sachkundenachweises ist kostenpflichtig. Der Versand der Karten erfolgt erst nach Eingang der Gebühr.

    Weiterführende Informationen zu den rechtlichen Voraussetzungen der Erlangung des Sachkundenachweises Pflanzenschutz können Sie beim TLLLR (Referat 23, Pflanzenschutz und Saatgut) sowie den Ansprechpartnern der  Zweigstellen vor Ort (Agrarförderzentren) erfragen.

  • Fortbildungspflicht

    Die Teilnahme an einer amtlichen bzw. amtlich anerkannten Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme ist gemäß § 9 Abs. 4 PflSchG für sachkundige Personen im Pflanzenschutz Pflicht. Jeder Sachkundige muss alle drei Jahre eine vom amtlichen Pflanzenschutzdienst anerkannte Fort- oder Weiterbildungsveranstaltung besuchen bzw. absolvieren. Wird die Fortbildungspflicht nicht erfüllt, kann dies zum Entzug des Sachkundenachweises führen.

    Fristen

    Für Personen, die zum 14.02.2012 durch ihren Berufsabschluss oder durch eine abgelegte Prüfung sachkundig waren, begann der erste Fortbildungszeitraum bereits mit dem 01.01.2013. Das bedeutet, dass diese Sachkundigen bis spätestens 31.12.2015 die erste amtlich anerkannte Fort- oder Weiterbildungsveranstaltung besucht haben mussten. Für Personen, die nach dem 14.02.2012 ihre Sachkunde erlangt haben/erlangen, beginnt der erste Fortbildungszeitraum individuell mit erstmaliger Ausstellung des Sachkundenachweises. Das Datum des Beginns des ersten Zeitraumes ist für alle auf der Ausweiskarte angegeben. Der Beginn des zweiten Fortbildungszeitraum richtet sich dann nach dem Datum der letzten Fortbildungsteilnahme (Stichtag). Der aktuelle Fortbildungsnachweis darf nicht älter als 3 Jahre sein.

    Anbieter und Termine

    Fortbildungsveranstaltungen werden in Thüringen vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) sowie auch von Drittanbietern durchgeführt. Bei Drittanbietern muss darauf geachtet werden, dass diese Fortbildungen nach § 7 PflSchSachkV von der jeweils zuständigen Behörde anerkannt sind. Die Veranstalter stellen dem Teilnehmer eine Bescheinigung aus, die als Nachweis über die Wahrnehmung der Fortbildungspflicht dient. Sie ist für Kontrollzwecke sorgsam aufzubewahren. Voraussetzung für die Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung ist eine vorherige Anmeldung.

    Amtliche und anerkannte Fortbildungsveranstaltungen in Thüringen (Stand: 08.07.2022)

    Anmeldeformular für Veranstaltungen des TLLLR

  • Anerkennungspflicht

    Nichtamtliche Fortbildungsveranstaltungen zur Pflanzenschutzsachkunde, die in Thüringen durchgeführt werden, müssen grundsätzlich vom ThüringerLeitlinie der Länder zur Anerkennung von Fortbildungsmaßnahmen Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum (TLLLR) anerkannt sein. Zuständig hierfür ist das Referat 23, Pflanzenschutz und Saatgut. Bei Kontrollen werden Teilnahmebescheinigungen von nicht anerkannten Veranstaltungen nicht akzeptiert. Die vom TLLLR durchgeführten, amtlichen Fortbildungen des Pflanzenschutzdienstes gelten als anerkannte Fortbildungsmaßnahme.

    Antrag auf Anerkennung

    Externe Anbieter können die Anerkennung ihrer Veranstaltungen kostenpflichtig beantragen. Die Leitlinie der Länder liefert einen Überblick zu den Kriterien der Anerkennung. Sie soll die Anerkennung und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen zur Sachkunde im Pflanzenschutz gemäß Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung (PflSchSachkV) auf Basis einheitlicher Kriterien gewährleisten und korrespondiert mit den Antragsformularen in den Bundesländern. Weitere Hinweise zum Anerkennungsverfahren und den einzureichenden Unterlagen finden Sie in der Anlage des Antragsformulars.

    Antragsformular: Anerkennung einer Fortbildungsveranstaltung in Thüringen

  • Ausnahmen von der Sachkundepflicht

    Pflanzenschutzmittel dürfen prinzipiell nur angewendet werden, wenn der Anwender sachkundig im Pflanzenschutz ist. Davon abweichend lässt das Pflanzenschutzgesetz Ausnahmen für

    • einfache Hilfstätigkeiten (siehe § 9 Abs. 5 Nr. 2 PflSchG)Leitlinie der Länder zu Einfachen Hilfstätigkeiten im Pflanzenschutz
    • die nicht berufliche Anwendung entsprechend hierfür ausgewiesener Pflanzenschutzmittel im Haus- und Kleingartenbereich
    • die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses unter Anleitung einer Person mit Sachkundenachweis
    • die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zur Wildschadensverhütung

    zu.

    Einfache Hilfstätigkeiten

    Für die Ausübung dieser Tätigkeiten, i. d. R. unter der Verantwortung und Aufsicht einer sachkundigen Person, ist kein Sachkundenachweis erforderlich. Unter den Begriff „Einfache Hilfstätigkeiten“ zählen z. B. Tätigkeiten wie das verdeckte Ausbringen von Rodentiziden mit der Legeflinte oder die Verwendung handgeführter Streichgeräte bei der Unkrautbekämpfung im Grünland. Davon unberührt bleiben alle übrigen sachkundepflichtige Tätigkeiten wie die berufliche Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln z. B. mit Rückenspritz- und -sprühgeräten. Auch Anwendungen auf Nichtkulturland bedürfen generell der Sachkunde!

    Aufsichtsperson

    Zu beachten ist, dass der sachkundigen Aufsichtsperson eine besondere Verantwortung zukommt. Sie muss während der Anwendung ständig anwesend sein und ihre Unterweisungs- und Aufsichtspflicht wahrnehmen. Dazu gehört die ausführliche Anleitung und Information der Hilfsperson über alle Regelungen, die für die konkrete Anwendung gelten. Insbesondere muss auch über die Gefahren einer nicht ordnungsgemäßen Anwendung für Mensch, Tier und den Naturhaushalt unterrichtet werden.

    Leitlinie

    Beispiele für einfache Hilfstätigkeiten führt die Leitlinie „Einfache Hilfstätigkeiten im Pflanzenschutz“ an. Diese Leitlinie dient der Klarstellung, welche Tätigkeiten als einfache Hilfstätigkeiten im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes einzustufen sind, und beinhaltet eine Übersicht der zwischen den Bundesländern abgestimmten Beispiele.
    Für Thüringen ist diese Liste als abschließend zu betrachten.

Kontakt

Pflanzenschutzdienst Thüringen
Tel.: +49 361 574198-000
Referat 23 - Pflanzenschutz und Saatgut

pflanzenschutz@tlllr.thueringen.de

Weitere Informationen

Unser Ministerium in den sozialen Netzwerken: