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TLLLR-Medieninformation 2022 – Ein Jahr der Wetterextreme


Der Witterungsverlauf des zurückliegenden Jahres war für die Thüringer Landwirtschaft herausfordernd, der Jahreswitterungsbericht blickt zurück. 

Das Jahr war im Mittel der Standorte des Agrarmeteorologischen Messnetzes des TLLLR  2,0 °C zu warm, wodurch das Jahr zum wärmsten Jahr seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen avancierte. Trotzdem gehörte Thüringen im Vergleich aller Bundesländer zu den Kühlsten.  Bereits die Wintermonate fielen deutlich zu mild aus und Schnee war absolute Mangelware. Von den Frühlingsmonaten zeigte sich nur der April etwas zu kühl, sodass der Frühling insgesamt auch zu warm blieb. Eine weitere Steigerung hinsichtlich der Übertemperaturen brachten die Sommermonate. Dies traf besonders auf den Juni und August zu, die zu den sonnenscheinreichsten und wärmsten Monaten seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen zählten. Es gab im Sommer mehrere Hitzewellen mit Temperaturen >30 °C und verbreitet auch >35 °C. Am 20. Juli wurde ein neuer Rekordwert von 40,6 °C registriert. Auch der Herbst 2022 fiel deutlich zu warm aus. Insgesamt waren 11 Monate übertemperiert, was zu dem insgesamt zu warmen und sonnenscheinreichen Jahr führte.

Hinsichtlich der Niederschlagsversorgung zeigte sich das recht unterschiedlich. Der Winter fiel etwas zu feucht aus. Danach waren die folgenden Monate meist zu trocken. So zeigten sich das Frühjahr und vor allem der Sommer deutlich zu trocken. Es kam in Verbindung mit den hohen Temperaturen zu Hitze- und Trockenstress bei den Kulturen. Dies zeigte sich besonders bei Mais, Zuckerrüben und Erbsen. Die Getreideernte begann sehr früh in der 3. Junidekade. Ab September setzten dann endlich wieder Niederschläge ein. Der feuchte Herbst verbesserte die Bedingungen für die anstehende Bearbeitung der Felder und vor allem für Aufgang und Wachstum der Herbstsaaten.

Das Jahr 2022 war insgesamt zu trocken, bedingt durch das zu trockene erste Halbjahr, in dem nur 80 % der im vieljährigen Mittel zu erwartenden Niederschläge fielen. 

Eine besondere Temperaturentwicklung gab es im Dezember. Bis zum Ende der deutlich zu kalten 2. Dekade schien der Monat insgesamt auch zu kühl auszufallen. Danach aber lagen die Tagesmitteltemperaturen durchgehend bis zum Jahresende auf allen Standorten im positiven Bereich.  Zu Silvester gab es dann Maximalwerte bis nahe 20 °C. Dies bedeutete einen neuen Temperaturrekord für diesen Tag. 

Umfangreichere meteorologische Daten für 2022 finden Interessenten im Jahreswitterungsbericht, die tagesaktuellen Informationen für die Landwirtschaft im Internetangebot ‚Agrarmeteorologie Thüringen‘ .

Hintergrund:
Die meisten Maßnahmen zur Erzeugung pflanzlicher Produkte, unter ausgewogener Beachtung ökonomischer und ökologischer Erfordernisse, werden im hohen Maße durch die Witterung beeinflusst. Dies trifft z. B. auf Sortenwahl, Düngung, Pflanzenschutz, Bewässerung und letztendlich auf Ertrag und Qualität zu. 

Eine Vielzahl von rechnergestützten Entscheidungshilfen, Prognose- und Empfehlungsmodellen (z. B. ISIP helfen Landwirtinnen und Landwirten bei der fachgerechten Durchführung all dieser Maßnahmen. Dabei setzen diese Programme in hohem Maße die Verfügbarkeit von möglichst ortskonkreten meteorologischen Daten voraus, die ein vom TLLLR betriebenes, um die Stationen des DWD ergänztes, Netz von agrarmeteorologischen Stationen im ländlichen Raum Thüringens liefert. 

Durch die Nutzung von auf Wetterdaten basierenden Beratungsprogrammen, wie z. B. Programme zum Pflanzenschutzmitteleinsatz oder zur Düngung, wird eine Verringerung des Eintrags an Stickstoff- und Pflanzenschutzmittelrückständen in die Umwelt erreicht und somit die Ressource Boden geschont. 

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Kontakt

Torsten Weidemann

Pressesprecher

Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-338 ed.negnireuht.rlllt[ta]elletsesserp

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