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Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung


Am 07.09.2021 wurde die fünfte Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Pflanzenschutzspritze auf einem Getreidefeld

Diese Verordnung ist Teil des Insektenschutzpaketes der Bundesregierung, zu dem auch die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vom 18. August 2021 gehört.

Die Änderungen der PflSchAnwV sind am 08.09.2021 in Kraft getreten. Es gelten keine Übergangsregelungen. Glyphosat unterliegt dem grundsätzlichen Anwendungsverbot erst ab dem 01. Januar 2024.

Eine erste Übersicht zu Regelungen in der neuen Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung bietet nachfolgende Tabelle. 

Regelungen zur Glyphosat-Anwendung (§ 3b)

Verbot der Anwendung

- in Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten

- zur Spätanwendung in allen Kulturen

- in Kern-/Pflegezonen von Biosphärenreservaten

- vollständiges Anwendungsverbot ab 01.01.2024

Stoppelbehandlung nach der Ernte / Vorsaatanwendung

- nur gegen perennierende Unkräuter (Quecke etc.)

► Ausnahmen:

 
  • Erosionsgebiete
  • Direkt- und Mulchsaat
  • Anwendung im Einzelfall
 

Grünland (flächige Anwendung)

- nur bei wirtschaftlich bedeutsamer Verunkrautung

► Ausnahmen:

 
  • Erosionsgebiete
  • bei Pflugverbot
  • Anwendung im Einzelfall
 

 

Regelungen in Schutzgebieten des Naturschutzes (§ 4)

Verbot Herbizide und  Insektizide (B1-B3, NN410)

- in allen Schutzgebieten (z. B. Naturschutzgebiete)

►Ausnahme:

 
  • Trockenmauern im Weinbau
 

 

- in Flora-, Fauna-, Habitat- (FFH)-Gebieten

► Ausnahmen:

 
  • bestimmte Gartenbau-/Sonderkulturen
  • Ackerflächen bis 30.06.2024
  • behördliche Genehmigung
 

 

Regelungen zu Abständen zu Gewässern (§ 4b)

Verbot der Anwendung von PSM

- im Abstand von 10 m zu Gewässern

► Ausnahme:

 
  • 5 m, wenn ganzjährig begrünter Streifen
  • behördliche Genehmigung
 

 

Hinweise des Pflanzenschutzdienstes zur Umsetzung der einzelnen Regelungen werden in Kürze im ISIP-Angebot des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum veröffentlicht. 

Pressesprecher

Torsten Weidemann
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-338
pressestelle@tlllr.thueringen.de

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