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Medieninformation 08/2021 Geburtshilfe bei Rindern – Realitätsgetreue Ausbildung in Thüringen


Rindergeburten verlaufen normalerweise ohne Komplikationen ab. Aber wenn nicht, was ist dann zu tun, um die Gesundheit und Wohlergehen von Kuh und Kalb zu schützen?

Mutterkuh mit Kalb

Erstmals kann in Thüringen diese Situation le-bensecht simuliert und notwendige Maßnahmen systematisch in die Ausbildung von Tier- und Landwirten integriert werden. Das hierzu genutzte kanadische Modell in Form einer lebensgroßen, naturgetreuen Kuh gibt dem Berufsnachwuchs anschaulich an die Hand, wie ein Geburtsablauf normalerweise stattfindet. In erster Linie geht es um das Erkennen der Anzeichen für eine notwendige Geburtshilfe bzw. wie und wann sie fachgerecht stattfinden kann oder ob ein Tierarzt eingreifen muss. Die Finanzierung des Geburtshilfemodells erfolgte aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Die komplikationsfreie Abkalbung der Rinder beeinflusst die später zu erwartende Leistung der Tiere ganz wesentlich. Da es hier zu Komplikationen kommen kann, muss jede Situation vom tierbetreuenden Personal richtig eingeschätzt und unterstützt werden.
Mit dem neuen Modell, dass 1:1 einer Holstein Kuh mit optimalen Exterieur entspricht, können den Auszubildenden die verschiedenen Geburtslagen demonstriert werden. Im Inneren der perfekt nachgebildeten Anatomie des Rindes befindet sich z.B. ein Luftkissen, auf dem eine nachgebildete Gebärmutter liegt. Darin kann das vollbewegliche und lebensgroße Modell eines Kalbes in verschiedenste normale und abnormale Geburtslagen gelegt werden. Dies ermöglicht den Auszubildenden, das Ertasten dieser Positionen. Daraufhin kann eine fachlich richtige Entscheidung getroffen und das weitere Vorgehen geplant, umgesetzt und geübt werden.
Nun ist es auch möglich, dass die Auszubildenden zudem das Korrigieren verschiedener Geburtslagen eines Kalbes üben, ohne das Wohl eines Tieres oder den Arbeitsschutz der Auszubildenden zu gefährden.

Hintergrund
Agrarunternehmen benötigen in der Zukunft hochqualifizierte Fachkräfte. Ba-sis dafür ist eine Ausbildung in den Grünen Berufen. Laut Berufsbildungsge-setz findet eine Berufsausbildung an mehreren Lernorten statt. Dazu gehört der Ausbildungsbetrieb, die Berufsschule und die Überbetriebliche Ausbildungsstätte (ÜAS) des Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum. Jährlich schließen im Durchschnitt rund 150 junge Menschen eine Ausbildung zum Land- und rund 50 zum Tierwirt in Thüringen ab.

Ein Schwerpunkt der land- und tierwirtschaftlichen Ausbildung ist die Rinderproduktion. In diesem Bereich werden in der ÜAS Schwerstedt der Grundlagenlehrgang und der Vertiefungslehrgang angeboten. Lernort für beide Lehrgänge ist auch die Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut GmbH in Buttelstedt, die als Besonderheit ein Klauenpflegekabinett zur Nutzung bereitgestellt hat.
Corona bedingt nahmen im Jahr 2020 lediglich 802 Auszubildende an den Wochenlehrgängen teil, das sind rund 75 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit Beendigung der Pandemie soll der entstandene Lehrgangsstau kontinuierlich wieder abgebaut werden.

Pressesprecher

Torsten Weidemann
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-338
pressestelle@tlllr.thueringen.de

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