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Online-Seminar zum Bundes–Immissionsschutzgesetz


Das Seminar am 13. Juli zur Neufassung der Verwaltungsvorschrift zum Bundes–Immissionsschutzgesetz TA Luft wird gemeinsam mit dem Netzwerk "Fokus Tierwohl“, der IGS Thüringen e.V. und der Landvolkbildung Thüringen e.V. online veranstaltet.

Jungschweine auf Stroh

Was auf die Tierhalter tatsächlich zukommt, darüber geben zwei Experten in einem Online-Seminar am 13. Juli 2021 ab 18:30 Uhr Auskunft. Ewald Grimm, KTBL Darmstadt, wird die technologische Anforderungen zur Immissionsminderung bei Tierhaltungsanlagen für die Tierarten Rind, Schwein und Geflügel darstellen. Daran schließt sich Heike Donhauser vom IBE Ahrensfelde an und informiert über die geänderten Anforderungen an die Genehmigungsplanung von Tierhaltungsanlagen.

Die Tierhaltung in Deutschland steht vor einer großen Herausforderung: Den gewachsenen fachlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen im Tier- und Umweltschutz zu entsprechen und trotzdem wettbewerbsfähig zu bleiben. Aus ökonomischen und arbeitswirtschaftlichen Gründen sind die betrieblichen Rinder-, Schweine- und Geflügelbestände in den letzten 10 Jahren deutlich gewachsen, während sich die Anzahl Tierhaltungen ständig reduzierte. Laut Landwirtschaftszählung 2020 haben sich fast 40 % der Milchkuh haltenden und 47 % der Schweine haltenden Betriebe in der letzten Dekade aus der Tierhaltung verabschiedet, so dass bundesweit heute im Mittel 72 Milchkühe bzw. 826 Schweine in den Ställen stehen.

Wie sich die Zukunft der Tierhaltung im grünen Herz Deutschland entwickelt, hängt im Wesentlichen auch davon ab, welche Anforderungen an Tierhaltungsanlagen und den Genehmigungsverfahren gestellt werden, um Umweltwirkungen zu mindern und zugleich mehr Tierwohl zu ermöglichen. Nachdem der Bundesrat am 28. Mai dem Entwurf zur „TA Luft“ zugestimmt hatte, sind entscheidende Änderungen zu erwarten. Die TA Luft, genauer die „Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft“ ist eine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), die voraussichtlich im dritten Monat nach der Veröffentlichung in Kraft treten wird.

Das Besondere sind Änderungen, die noch mit der Novelle der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und den Empfehlungen des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung zum Umbau der Tierhaltung koordiniert werden müssen. In einer Entschließung des Bundesrates wurde die Bundesregierung ausdrücklich gebeten, die Kriterien für Tierhaltungsverfahren mit denen des geplanten staatlichen Tierwohlkennzeichens zu harmonisieren. Sie soll weiterhin Sorge tragen, damit für Tierhaltungsbetriebe und Vollzugsbehörden vollziehbare Regelungen geschaffen werden, die den gewünschten Umbau zu tierwohlgerechten Ställen befördern und die bekannten Zielkonflikte zwischen Tierschutz und Umweltschutz berücksichtigen. So stellen sich z. B. viele Schweinhalter im Moment die Frage, wie die gewährten Übergangsfristen für den Umbau von Deck- und Abferkelställen mit den neuen Regelungen der TA Luft in Einklang zu bringen sind. Um dem Willen für eine erfolgreiche Transformation des Tierhaltungssektors in Deutschland für mehr Tier- und Umweltschutz eine Chance zu geben, müssen alle Maßnahmen vereinbar sein, dass Produktionsverlagerungen vermieden werden.

Die Veranstaltung, für die bereits mehr als 200 Anmeldungen eingegangen sind, wird über das „Netzwerk Fokus Tierwohl“ finanziert.

Pressesprecher

Torsten Weidemann
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-338
pressestelle@tlllr.thueringen.de

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