Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

TLLLR-Medieninformation 18/2021 Fusarien-Monitoring gestartet


Weltweit bedrohen Schadpilze den Ackerbau. Die Pilzgattung Fusarium befällt Getreide und Mais und setzt dabei giftige Stoffwechselprodukte, sogenannte Mykotoxine, frei.

Getreideprobe und eine Petrischale mit Pilzbelag

Aufgrund der Witterungslage mit hohen Niederschlägen und sommerlichen Temperaturen besteht in diesem Jahr ein hohes Infektionsrisiko für die Getreidebestände in Thüringen.

Das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum hat dies zum Anlass genommen, ein Monitoring bei Winterweizen auf den Befall mit Fusarien aufzulegen. Dabei werden die vor und während der Getreideernte gezogenen Proben auf 12 verschiedene Schimmelpilzgifte untersucht.

Die Probenahme erfolgt 7 – 10 Tage vor und unmittelbar zur Ernte des Weizens. Im nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Labor des TLLLR werden die Proben auf den Befall mit Fusarien (z. B. F. graminearum, F. culmorum, F. poae) sowie den Gehalt an Mykotoxinen untersucht. Dabei kommt eine leistungsfähige Multimethode zum Einsatz, die verschiedene Schimmelpilzgifte erfasst.

Die Monitoringergebnisse werden zeitnah im Internetangebot des TLLLR veröffentlicht, um den Thüringer Agrarbetrieben eine Hilfestellung für die Ernte und die Vermarktung des geernteten Getreides zu geben sowie einen Beitrag zum Verbraucherschutz zu leisten.

Vom Wetter der kommenden Wochen hängt ab, wie stark die Schadpilze die Körner beeinträchtigen. Denn die Ernte bei hoher Kornfeuchte sowie hoher Luftfeuchtigkeit begünstigt den Pilz ebenfalls. In belasteten Partien kann die Qualität des Erntegutes so erheblich beeinträchtigt sein, dass die Ware nicht mehr zur Verwendung in Lebens- und Futtermitteln taugt.

Für unverarbeitetes Getreide, das zur Verwendung als Lebensmittel bestimmt ist, gibt es von der EU festgelegte Höchstgehalte. Sofern das Getreide für Futtermittel vorgesehen ist, sind auch hier Orientierungswerte zu beachten.

Thüringer Landwirte, aus Regionen mit witterungsbedingter, erhöhter Fusariengefährdung können sich noch telefonisch oder per E-Mail bei den zuständigen Außendienstmitarbeitern/innen des TLLLR oder bei Sabine Wagner (Tel.: +49 361 574041-421, E-Mail) melden.
 

Hintergrund:

Fusariosen an Getreideähren werden durch verschiedene Pilze, vor allem der Gattung Fusarium, hervorgerufen. Unter den Getreidearten ist die Gefährdung bei Weizen, Durum, Triticale und Hafer in der Regel höher als bei Gerste und Roggen.

Diese Pilze bilden in Abhängigkeit von der Witterung Giftstoffe, sogenannte Mykotoxine, von denen Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier ausgehen. Hier sind insbesondere die Verbindungen der Trichothecene wie Deoxynivalenol, T-2 und HT-2 sowie Zearalenon zu nennen.

Die Infektion des Getreides mit den Pilzen erfolgt während der Blüte. Hier sind Temperaturen von über 16 °C in Verbindung mit Niederschlägen oder stärkerer Taubildung notwendig. Frühzeitiges Lager (flächiges Umknicken des Getreides) fördert Fusariumbefall und Toxinbildung zusätzlich.
Diese Bedingungen waren in diesem Jahr vielerorts vorhanden. Regional ist deshalb ein erhöhter Pilzbefall erkennbar, was in der Folge auch einen erhöhten Besatz an Fusarien vermuten lässt.

Ein Befall des Getreides mit Fusariosen ist von mehreren Faktoren abhängig. Einige davon lassen sich direkt beeinflussen wie z.B. über Fruchtfolgegestaltung bzw. die unmittelbare Vorfrucht (Vermeidung von Mais als Vorfrucht und Verzicht von Weizen in Selbstfolge), Bodenbearbeitungsmaßnahmen (Verminderung durch Pflügen), den Anbau weniger anfälliger Sorten und den Einsatz von Fungiziden zur Pilzabwehr während der Getreideblüte. Den größten Einfluss auf die Pilzinfektion und die Toxinbildung haben jedoch die Witterungsbedingungen. Diese lassen sich von den Landwirtschaftsbetrieben nicht beeinflussen.

Unser Ministerium in den sozialen Netzwerken: